H 113 Gutsarchiv Kalbe, 11. Jh.-1944 (Bestand)[Location: Wernigerode]

Archive plan context

 

Information on identification

Ref. code:H 113
Benutzungsort:Wernigerode
 

Form-/Inhaltsangaben

Title:Gutsarchiv Kalbe
Period/Date (detailed):(11. Jh.) 1468 - 1944
Running meters:15.50
Finding aids:Findbuch von 1981 (online recherchierbar)
Registraturbildner:Kalbe (Milde) ist eine Stadt im Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt.

Kalbe wird 983 als Standort eines im Slawenaufstand zerstörten Benediktinerinnenklosters erwähnt. 1196 wird ein Burgward fassbar, dessen eine Hälfte die Markgrafen von Brandenburg zusammen mit anderem altmärkischen Allodialbesitz dem Erzbischof von Magdeburg zu Lehen auftrugen. Die sich im 13./14. Jh. als Territorium herausbildende Altmark gelangte mit der Aufhebung der Magdeburger Lehnshoheit 1449 endgültig unter die Landesherrschaft der Kurfürsten von Brandenburg. 1816 wurde sie Teil der preußischen Provinz Sachsen, die bis 1945 bestand.

Als Lehnsmannen auf Kalbe werden im späten 13. Jh. die von Kröcher greifbar. 1324 veräußerten Johann und Heinrich von Kröcher Burg, Stadt und zugehörige Dörfer an Albrecht von Alvensleben, der von Herzogin Agnes von Braunschweig, der Witwe Markgraf Waldemars von Brandenburg, belehnt wurde. Die durch diesen Besitz zum Kreis des schlossgesessenen Adels der Altmark gezählten Herren von Alvensleben schwarzer Linie blieben bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 in Besitz von Kalbe.

Die noch im Dreißigjährigen Krieg als Festung fungierende Burg wurde 1632 geschleift. Der umfangreiche Besitzkomplex wurde im 16./17. Jh. mehrfach geteilt, was zur Einrichtung von zwei landtagsfähigen Rittergütern führte, die Großes Gut (Rittergut Kalbe I) und Kleines Gut (Rittergut Kalbe II) genannt wurden. Das Kleine Gut wurde 1813 veräußert. In gemeinsamer Verwaltung blieben Stadtherrschaft (bis 1807), Kirchenpatronat und Patrimonialgericht. Das Gesamtgericht zu Kalbe war 1807 auch für die Alvenslebenschen Güter Groß Engersen, Vienau und Zichtau zuständig. 1600 erreichten die von Alvensleben, dass die Kirchenaufsicht über 14 unter ihrem Patronat stehende Pfarreien aus den Superintendenturen Gardelegen und Salzwedel herausgelöst und dem Pfarrer von Kalbe übertragen wurde.
Bestandsinformationen:Der Bestand geht auf das Archiv des Großen Gutes zurück.

Im Zuge der Bodenreform wurde der Bestand sichergestellt und laut Zugangsbuch durch das damalige Staatsarchiv Magdeburg am 21. Juli 1949 vom Rat der Stadt Kalbe übernommen.

Die Verzeichnung sowie eine erste Grobordnung der übernommenden Archivalien erfolgte von 1958 bis 1959.
Erst im Jahre 1981 wurde die endgültige Feinordnung vorgenommen und das vorliegende Findbuch erstellt.

Der Bestand wird auf Grundlage eines 2010 geschlossenen Vertrages als Depositum im Landesarchiv Sachsen-Anhalt verwahrt.
Zusatzinformationen:Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
 

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H 210 Gutsarchiv Schollene, 1765-1848 (Bestand)

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Dc 122 Patrimonialgericht Kalbe (Milde), 1556-1830 (Bestand)

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H 195 Gutsarchiv Rogätz, 1550-1880 (Bestand)

siehe auch:
H 253 Gutsarchiv Wilsleben, 1666 (Bestand)
 

URL for this unit of description

URL:http://recherche.lha.sachsen-anhalt.de/Query/detail.aspx?ID=4726
 
 
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