A 45 Universität Erfurt, 1448-1820 (Bestand)[Benutzungsort: Wernigerode]

Archivplan-Kontext

 

Angaben zur Identifikation

Signatur:A 45
Benutzungsort:Wernigerode
 

Form-/Inhaltsangaben

Titel:Universität Erfurt
Laufzeit/Datum (detailliert):(1448) 1522 - 1820
Laufmeter:5,60
Findhilfsmittel:Findbuch von 2005/06 (online recherchierbar)
Registraturbildner:Die Universität Erfurt trat 1392 auf Initiative der Stadt an die Stelle des bisherigen Studiums generale, nachdem das päpstliche Privileg bereits 1379 eingeholt worden war. Dabei wurde von Beginn an neben kirchlichen auch bürgerliches Recht gelehrt. Die Stiftung des Collegium Amplonianum im Jahr 1412, der Juristenschule 1448, des Collegium Saxonicum 1520 und die Einrichtung zahlreicher Stipendien förderten die Hochschule sehr.

Doch schon im Verlauf des 16. Jahrhunderts setzte ein Niedergang ein, der auch durch die Reformversuche von Axel Ostentierna nicht aufgehalten werden konnte. Nach der Reduktion Erfurts von 1664 ging auch die Universität an den Kurfürsten von Mainz über, was jedoch am langsamen Niedergang der Universität Erfurt nichts änderte. Als dann 1802 der preußische König Landesherr wurde, fasste er die Auflösung der Erfurter Hochschule ins Auge, was 1816 endgültig realisiert wurde.

Die Verfassung der Universität Erfurt beruhte auf mehreren Statuten von 1447, 1705, 1767 und 1783. Ihre Beaufsichtigung lag in den Händen des Kanzlers, dessen Amt zunächst der Dekan des Marienstifts, später der Erzbischof von Mainz ausübte. Der Kurfürst ließ die Aufsicht Mitte des 18. Jahrhunderts durch eine aus Vertretern der Erfurter Regierung und anderen Behörden bestehende Universitätskommission ausüben. Die eigentliche Aufsicht und Vermögensverwaltung lag beim Rektor, der vom Consilium gewählt wurde, welches bei der Verwaltung und Jurisdiktion der Universität mitwirkte. Es bestand aus dem Rektor, vier Dekanen und zwei Assessoren.

Die vier Fakultäten (Theologie, Jurisprudenz, Medizin und Philosophie) regelten ihre Angelegenheiten selbst. So verwalteten sie ihr Vermögen und schlugen Kandidaten für vakante Lehrstühle vor. Der 1768 vom Kurfürsten eingesetzte evangelisch-theologische Lehrkörper bildete nur ein Kollegium ohne Fakultätsrechte.
Bestandsinformationen:Die Geschäftsführung der Universität und ihrer Fakultäten führte zur Entstehung eines eigenen Archivs. Nach der Auflösung der Universität 1816 übernahm die Regierung diese Bestände, da sie diese für die Verwaltung des vorhandenen Vermögens benötigte. Sie wurden später als Rep. 40 im Regierungsarchiv aufgestellt.

1901 gelangten die Archivalien an das Landeshauptarchiv, wo sie als Rep. 45 aufgestellt wurden. Die Urkunden der Universität waren schon zuvor an das Landeshauptarchiv abgegeben und als Rep. U 14 aufgestellt worden. Aufgrund eines Vertrages zwischen dem Landeshauptarchiv und der Stadt Erfurt aus dem Jahr 1903 wurden Teile des Bestandes, die aus der städtischen Zeit vor 1664 stammten (1664-1802 Verwaltung Erfurts durch das Kurfürstentum Mainz), an das Stadtarchiv Erfurt abgegeben.

In den Jahren 2004/05 wurde das vorhandene handschriftliche Behördenfindbuch aus dem Jahr 1880 des Bestandes Rep. 45 in eine Access-Datenbank retrokonvertiert. Im Jahr 2006 wurde eine Korrektur der Aktentitel und der Klassifikation nach archivwissenschaftlichen Gesichtspunkten durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Bestandsrevision durchgeführt und neue Signaturen vergeben. Anschließend wurde unter Hinzufügung einer Behörden- und Bestandsgeschichte ein neues Findbuch erstellt.

Im Dezember 2013 erfolgte die Migration der Access-Datenbank in das vorhandene Archivierungssystem.
Zusatzinformationen:Hinweise auf Literatur:

Biereye, Joahnnes: Die Universität Erfurt, Erfurt 1993.
Gramsch, Robert: Erfurt - die älteste Hochschule Deutschlands. Vom Generalstudium zur Universität, Erfurt 2012.
Gramsch, Robert: Erfurter Juristen im Spätmittelalter. Die Karrieremuster und Tätigkeitsfelder einer gelehrten Elite des 14. und 15. Jahrhunderts, Leiden 2003.
Kleineidam, Erich: Universitas studii Erfordensis. Überblick über die Geschichte der Universität Erfurt, 4 Teile, 2. erw. Aufl., Leipzig 1983-1992.
Overmann, Alfred: Die letzten Schicksale und Aufhebung der Universität Erfurt, in: Thüringisch-sächsische Zeitschrift für Geschichte und Kunst, Bd. 9 (1919) S. 77 ff.
Stieda, Wilhelm: Erfurter Universitätsreformpläne im 18. Jahrhundert. Sonderschriften der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt, Heft 5, Erfurt 1934.
Wilczek, Gerhard: Die Stadt Erfurt und ihre Universität. Köpfe, Begebenheiten, Ingolstadt 2003.

Frühere Bezeichnung des Bestandes: Rep. A 45.
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:siehe auch:
U 14 Erfurter Gebiet, 1217-1810 (Bestand)

siehe auch:
A 43 I Kurmainzische Regierung zu Erfurt, 1282-1850 (Bestand)

siehe auch:
A 44 Kurmainzische Kammer zu Erfurt, 1281-1826 (Bestand)

siehe auch:
A 37b I Kurmainzische Regierung (Hofrat) zu Mainz (auch andere Zentral-, Mittel- und Unterbehörden). Akten betr. Stadt und Gebiet Erfurt, Grafschaft Gleichen und Herrschaft Kranichfeld, 1202-1817 (Bestand)

siehe auch:
A 47 II Preußische Kriegs- und Domänenkammer zu Heiligenstadt. Akten betr. das Erfurter Gebiet und die Herrschaft Blankenhain, 1494-1852 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 36 Geheime Kanzlei (Kabinett) zu Mainz. Akten betr. Erfurt und das Eichsfeld, 1668-1792 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 37b IV Kurmainzische Regierung (Hofrat) zu Mainz (auch sonstige Mainzer Zentralbehörden). Akten betr. Stadt und Gebiet Erfurt, 1418-1803 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 37b V Kurmainzische Regierung (Hofrat) zu Mainz (auch sonstige Mainzer Zentralbehörden). Akten betr. Stadt und Gebiet Erfurt (Nachtrag), 1460-1799 (ca.) (Bestand)

siehe auch (GR):
A 47 I Preußische Kriegs- und Domänenkammer zu Heiligenstadt. Akten betr. das Eichsfeld, Mühlhausen und Nordhausen, 1315-1816 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 39b Kurmainzische Hofkammer zu Mainz. Akten betr. Stadt und Gebiet Erfurt, 1480-1803 (Bestand)
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://recherche.lha.sachsen-anhalt.de/Query/detail.aspx?ID=68966
 
 
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